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Foto: vij e.V.

FÖRDERBEREICH WIRTSCHAFT

Projekt Kontaktstelle für rumänische Zugewanderte bei Arbeitsausbeutung

Seit 01.01.2020 fördert das Wirtschaftsministerium Kontaktstellen für Zugewanderte aus der EU in arbeitsausbeuterischer Beschäftigung aus ESF-Mitteln. Einen Einblick in die Projektarbeit des integrativen Unterstützungsangebots bietet hier der Verein für internationale Jugendarbeit vij e.V.

Frau F. aus Rumänien ruft verzweifelt an: Sie arbeitet in einem Pflegeheim in Baden-Württemberg, ist an Covid-19 erkrankt und in ihrem Zimmer in Quarantäne eingeschlossen. Sie bekommt nicht genügend Essen und ihr wurde gekündigt. Sie wollte nach Rumänien zurückkehren, aber die Grenzen waren schon geschlossen – und nun weiß sie nicht, wie es weiter gehen soll.
Hier konnte die neue Kontaktstelle im vij e.V. in Stuttgart gleich helfen. Zwei Kolleg*innen, eine rumänische Psychologin und ein rumänischer Jurist, bieten Beratung auf Rumänisch an bei Arbeitsausbeutung, irregulären Arbeitsverhältnissen oder Fragen zu Arbeitsrechten.
Bei Frau F. konnte mit dem Arbeitgeber die Situation geklärt sowie die Unterbringung und Versorgung verbessert werden. Die Kündigung war rechtmäßig und erfolgte, weil die ganze Einrichtung wegen zahlreicher Covid-Fälle evakuiert wurde und die Zukunft unklar war. Die Kontaktstelle unterstützte Frau F. bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle.

Menschen aus osteuropäischen Ländern, die in prekären wirtschaftlichen Lagen sind, geraten häufig in irreguläre und ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, die sie notgedrungen akzeptieren – denn lieber schlechte Bezahlung als gar kein Einkommen. Dies wird allzu oft ausgenutzt, besonders in Branchen, in denen ein hoher Preisdruck herrscht und Personal mit wenig Qualifikationen und Deutschkenntnissen eingesetzt werden kann.

Das Projekt des vij hat besonders die Branchen Gastronomie und Hotellerie, häusliche Betreuung („24-Stunden-Pflege“), Pflege sowie Reinigung im Blick. Allerdings brachte auch hier Corona einiges durcheinander: Gastronomie und Hotellerie fielen im Frühjahr weg, dafür stieg der Druck bei Erntehelfern und in der Fleischindustrie.

Corona-bedingt konnte im Frühjahr die Vernetzung mit anderen Stellen und die Bekanntmachung des Angebotes nur eingeschränkt erfolgen. Dennoch finden Beratungen statt und es erfahren immer mehr Betroffene von diesem Angebot.

Weitere Informationen finden Sie hier